Kartierungssaison 2020

Die Saison 2020 hat mit den Erfassungen von Spechten und Eulen bereits Fahrt aufgenommen. Neben den laufenden Erhebungen im Rahmen der Monitoringprogramme stehen für das Jahr 2020 weitere Spezialerkartierungen an.

Bienenfresser
Die Brutbestände des Bienenfressers nehmen seit einigen Jahren deutschlandweit zu, auch in Thüringen haben sich mittlerweile einige kleine Kolonien etabliert. In manchen Regionen wie im südlichen Sachsen-Anhalt gibt es mittlerweile große Kolonien, die oftmals nur noch geschätzt werden können.
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Die Fachgruppe "Bienenfresser" der Deutschen Ornithologen-Gesellschaft sammelt seit einigen Jahren bundesweit alle Brutvorkommen. Für 2019 wurde ein Anstieg um über 30% gegenüber 2018 verzeichnet. Im Jahr 2020 sollen alle Vorkommen bundesweit gezählt werden und auch dort, wo in den Vorjahren die Bestände geschätzt wurden, erneut eine vollständige Bestandszählung durchgeführt werden. Wir bitten daher die Thüringer Ornithologen, die Entwicklung in den bekannten Kolonien weiterhin genauestens zu verfolgen und außerdem auf neue Ansiedlungen zu achten. Da die attraktive Vogelart auch Schaulustige und Fotografen anlockt, kommt es häufig zu Störungen an den Koloniestandorten. Daher bitten wir um rücksichtsvollen Umgang bei der Weitergabe von Beobachtungen. Die Eingabe von Brutvorkommen in ornitho.de erfolgt stets als geschützte Meldung, ist also für den Normalnutzer nicht sichtbar.

Turteltaube
Die Turteltaube ist Vogel des Jahres 2020, ihre Bestände haben europaweit stark abgenommen. Auch in Thüringen wird die Art zunehmend seltener, in manchen Regionen fehlt sie offenbar bereits. Es ist keine flächendeckende Erfassung der Art vorgesehen, dennoch bitten wir verstärkt auf diese Art zu achten. Gemeldet werden sollten neben phänologischen Daten des Heim- und Wegzuges vor allem Brutvorkommen bzw. Brutzeitbeobachtungen. Insbesondere aus Regionen mit wenig Vorkommen sollten alle rufenden Vögel gemeldet werden. Die Erfassungszeit erstreckt sich von Anfang Mai bis Mitte Juli, Rufer sollten möglichst zweimal kontrolliert werden. In Regionen mit noch größeren Zahlen können diese bei Bedarf zusammengefasst werden, am besten nach abgrenzbaren Gebieten oder Minutenfeldern über ornitho.de. Sinnvoll ist es, bekannte Vorkommen vergangener Jahre zu kontrollieren, hier wären auch Negativnachweise hilfreich. Weiter laufen die Programme für Nilgans und Co. sowie die Erfassungen von Rot und Schwarzmilan (s. dazu Beiträge auf dieser Seite). Alle Meldungen zu den genannten Vogelarten können über das Portal ornitho.de erfolgen. Beobachter, die nicht über ornitho.de melden, sollen bitte nach der Brutsaison aber spätestens bis zum Jahresende ihre Meldungen an den Landeskoordinator schicken, entweder per E-Mail oder postalisch. Für einen weiteren Ausbau der landesweiten Erfassungsprogramme möchten wir an dieser Stelle alle engagierten Ornithologen ausdrücklich zur Mitarbeit aufrufen. Bei Interesse wenden Sie sich an den Landeskoordinator Stefan Frick, Hopfengasse 2, 99084 Erfurt, Tel.:0361 21873410,
frick@vto-ev.de


Monitoring Saatkrähe in Thüringen 2020

Seit 2019 gibt es für die Saatkrähe ein Erfassungsmodul auf der Plattform ornitho.de, analog einiger anderer Koloniebrüter wie Graureiher und Uferschwalbe. Diese Module richtet der DDA schrittweise für verschiedene Arten-/gruppen im Rahmen des Monitorings seltener Brutvögel ein. Der größte Vorteil einer onlinebasierten Erfassung ist die schnelle Verfügbarkeit und Auswertbarkeit von Daten, wenn die Kartierer ihre Beobachtungen zeitnah eingeben. Dies ist 2020 für die Saatkrähe der Fall, so dass aufgrund des digitalen Datenrückflusses der Landesbestand bereits Ende April bekannt war. Vereinfachend kommt hinzu, dass die Vorkommen der Saatkrähe in Thüringen sich auf einen Landkreis beschränken: das Altenburger Land.
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Der Kartierer Lutz Köhler aus Thonhausen kontrolliert dieses Gebiet seit vielen Jahren vollständig. Seiner akribischen Suche nach den Koloniestandorten und der zügigen Eingabe ist es zu verdanken, dass wir bei dieser Art alle Brutvorkommen kennen und diese bereits im Frühjahr der laufenden Brutsaison 2020 präsentieren können. Insgesamt wurden 18 Standorte kontrolliert, die in den letzten Jahren Kolonien beherbergten. Zwischen den Standorten herrscht eine große Dynamik, dieses Jahr war nur eine Großkolonie mit 220 Nestern besetzt, daneben gab es 3 Kleinkolonien mit jeweils weniger als 10 intakten Nestern. Insgesamt wurden 233 intakte Nester gezählt, und damit weniger als im Vorjahr. Seit dem Maximum 2016 mit 316 erfassten Nestern geht die BP-Zahl der Saatkrähe wieder leicht zurück, während nach der Wiederbesiedlung 2008 zunächst ein rascher Anstieg erfolgte. Wir sind gespannt auf die weitere Entwicklung und bitten alle Feldornithologen die Augen offen zu halten, ob die Saatkrähe neue Standorte besiedelt, ggf. auch außerhalb des Altenburger Landes.


Erfassung der Rot- und Schwarzmilanbestände in Thüringen 2020

In den Jahren 2000 und 2010, fanden landesweite Erfassungen der Brutbestände des Rotmilans in Thüringen statt. Für 2000 ergab sich ein Bestand von etwa 900+/-100 Brutpaaren, für 2010 etwa 950+/-50 Brutpaare. Da der Rotmilaneine wichtige Leitvogelart für die offene Landschaft ist, soll nach 10 Jahren eine erneute Erfassung aller Rotmilanbruten im Jahr 2020 erfolgen. Insbesondere bei der Genehmigung von Windkraftanlagen wird einem Brutvorkommen von Rotmilanen innerhalb von 1,5 km Entfernung zum geplanten Aufstellungsort eine hohe Bedeutung zugemessen.
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Wichtig ist dabei, den genauen Horststandort zu ermitteln. Wenn das in Einzelfällen nicht gelingt, sind revierbesetzende Paare (Brutverdacht) anzugeben (Arbeitsanleitung). Die Erfassung erfolgt auf der Basis von Quadranten der topografischen Karten 1:25.000 (TK) analog zum ADEBAR-Projekt und zur Erfassung vor 10 Jahren. Im Jahr 2010 wurde gleichzeitig mit dem Rotmilan auch der Schwarzmilan in Thüringen erfasst. Da beide Arten im meist im gleichen Lebensraum vorkommen, sollen bei der Erfassung 2020 auch alle Schwarzmilanbruten kartiert werden, ohne dass ein großer Mehraufwand dafür nötig ist. Sollten Besonderheiten bei der Konkurrenz um Nistplätze festgestellt werden (z.B. Nilgans), bitten wir um möglichst genaue Dokumentation.
Der Verein Thüringer Ornithologen ruft alle Mitglieder und andere interessierte Personen zur Mitarbeit an dieser Erfassung auf. Um die Arbeit besser koordinieren zu können, sollen für jeden Kreis sogenannte Kreiskoordinatoren gewonnen werden, die die Erfassung auf der Basis ihrer Kenntnisse der lokalen Gegebenheiten organisieren (Gewinnung von Mitarbeitern, Vermeidung von Doppelbearbeitung von Quadranten, Beurteilung der Angaben).
Als zentrale Ansprechpartner stehen zur Verfügung:
Thomas Pfeiffer, Rosenweg 1, 99425 Weimar, Tel.: 03643 504554, thpfeiffer@gmx.net und Stefan Frick, Hopfengasse 2, 99084 Erfurt, Tel.: 0361 21873410, frick@vto-ev.de


Das neue Heft "Mitteilungen und Informationen Nr. 42" ist erschienen!

Das aktuelle Heft enthält den Jahresbericht mit den ornithologischen Besonderheiten des vergangenen Jahres und den Bericht über spannende Ringfunde in Thüringen aus dem Jahr 2018. Weiter werden Ergebnisse der Wasservogelzählsaison der vergangenen Zählperiode (2018/19) vorgestellt. Die Stiftung des Vereins präsentiert die mit ihren Mitteln geförderten Projekte. Ein weiteres Kapitel informiert über den aktuellen Stand der vom VTO koordinierten Monitoringprojekte im Freistaat und vieles mehr...
Für Nichtmitglieder kann das Heft zum Preis von 10,-€ (zzgl. 3,-€ Versand) über die Geschäftsstelle (E-Mail) bezogen werden. Das Heft Nr. 41 ist demnächst auch online abrufbar.

Seit 2019 keine Nachweise des Ziegenmelkers in Deutschland - die neue Artenliste Deutschlands

Im Band 56, Heft3 der Zeitschrift Vogelwarte ist die neue "Artenliste der Vögel Deutschlands" der gleichnamigen Kommission der DO-G erschienen. Neben verschiedenen aktualisierten Statusangaben, wurden auch einige systematische und taxonomische Anpassungen vorgenommen. Die Kommission bemüht sich in der vorliegenden Publikation dem aktuellen Wissens- und Publikationsstand Rechnung zu tragen. Dabei werden u.a. viele der bisherigen Schafstelzenarten jetzt wieder als Unterarten eingestuft. Die lang erwartete Erhebung der fabalis-Unterart (Waldsaatgans) in den Artstatus wurde vollzogen. Insgesamt werden 70 Taxa neu bewertet, d.h. es ergeben sich neue wissenschaftliche Namen im Vergleich zur bisher geltenden Liste von Barthel und Helbig (2005). Änderungen wurden auch an den deutschen Namen vorgenommen. Kann man die Umbenennung der Mohrenlerche in Schwarzsteppenlerche oder die pragmatische Kürzung des Großen Brachvogels in Brachvogel noch nachvollziehen, fällt es bei Umbenennungen wie der des Ziegenmelkers in Nachtschwalbe, Dunkler Wasserläufer in Dunkelwasserläufer oder des Kleinen Sumpfhuhns in Kleinsumpfhuhn schon schwerer, zumal dies (eigentlich) den allgemein gängigen Konventionen des Umgangs mit Trivialnamen widerspricht. Den sicher noch vieldiskutierten Beitrag kann man hier online abrufen.



Rotmilanpatenschaft des VTO

Leider ist unser Patenmilan "Thomas" seit einiger Zeit nicht mehr auffindbar. Auf Grund seines Alters ist es wahrscheinlich, daß er nicht mehr am Leben ist. Deshalb ist die Patenschaft des VTO jetzt an "Thomas II" übergegangen. "Thomas II" ist ein Männchen, im Weimarer Land beheimatet und somit ebenfalls ein echter Thüringer. Er wurde bereits 2015 besendert und hat in den Jahren 2015 bis 2017 gemeinsam mit seiner Partnerin 9 Junge aufgezogen. Ein Kurzporträt inclusive seiner bisherigen Zugrouten finden Sie auch auf der
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Internetseite des DDA. Wir hoffen nun, daß uns "Thomas II" lage erhalten bleibt und verlässlich neue und spannende Daten aus seinem Leben liefert.


Erfassung von Nilgansbruten 2018 bis 2021 in Thüringen

Die Nilgans (Alopochen aegyptiaca) trat erstmals im Jahr 2000 als Brutvogel in Thüringen auf. Seitdem hat sie große Teile des Landes besiedelt. Der Brutbestand nimmt seitdem weiterhin zu. Das Auftreten dieses Neozooen rückt landes- und bundesweit immer mehr in den Fokus Obwohl die Art von vielen Feldornithologen gemeldet wird, gibt es bezogen auf die Brutvorkommen zumindest lokale Kenntnis-Defizite. Dies betrifft zum einen Regionen, die wenig von Ornithologen frequentiert werden, zum anderen Regionen, die gerade erst durch die Nilgans besiedelt werden.
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Der VTO möchte daher gemeinsam mit der Vogelschutzwarte Seebach dazu aufrufen, im Jahr 2018 Nilgänse genauer zu erfassen und Brutvorkommen zu dokumentieren. Abseits bekannter Brutansiedlungen sollten auch einzeln, paarwiese bzw. in Gruppen auftretende Vögel gemeldet werden. Sie sind oftmals die ersten Anzeichen für Ansiedlungen. Die Vögel sind sehr mobil, die Brutplätze können entfernt von Gewässern liegen. Die Nester sind meist schwer zu finden, sie können in Höhlen, am Boden (z.B. Fuchs- oder Kaninchenbauten), im Röhricht oder auch in Bäumen bzw. Gebäuden liegen. Besonders erwünscht sind Hinweise von Bruten auf Horsten von Greifvögeln, Störchen, Reihern. Achten Sie bei den Meldungen auf korrekte Ortsangaben und verwenden Sie den richtigen Brutzeitcode. Kontrollen können bereits im März beginnen, Gewässer sollten aber auch noch bis in den August kontrolliert werden. Spätbruten sind bei dieser Art nicht ungewöhnlich. In manchen gewässerreichen Regionen treten v.a. nach der Brutzeit größere Ansammlungen von mehreren 100 Nilgänsen auf. Diese sind nicht direkt mit Brutvorkommen in der Nachbarschaft gleichzusetzen, hier ist Zuzug aus einem größeren Einzugsbereich wahrscheinlich. Dennoch gibt die Entwicklung solcher Rastbestände Aufschluss über die Bestandsentwicklung. Daher sollen auch rastende bzw. Nahrung suchende Trupps gemeldet werden. Im Zuge dieser Erfassung bietet sich an, die bisher noch in geringer Zahl vorhandenen Vorkommen von Kanada- (Branta canadensis)und Rostgans (Tadorna ferruginea) zu erfassen. Die Kanadagans ist in geringer Zahl seit 2012 Thüringer Brutvogel. Bei der Rostgans gab es eine Mischbrut mit der Nilgans und 2016 eine Brut am Helmestausee. Für diese Arten ist letztlich kein größerer Aufwand erforderlich, sie können bei der Suche nach Nilgänsen mit erfasst werden. Die Kanadagans ist dabei häufig mit Graugänsen vergesellschaftet, die Rostgans dagegen meist mit Nilgänsen. Alle Meldungen sollten möglichst über das Internetportal ornitho.de eingegeben werden. Ornithologen ohne Computer bitten wir, Ihre Beobachtungen über lokale Fachgruppen oder direkt an den Landeskoordinator (Stefan Frick, Hopfengasse 2, 99084 Erfurt, 0361/2187 3410,E-Mail ) zu melden. Bei größeren Datenmengen reicht eine Sammelmeldung pro Gebiet aus.


 

Flügelmarken markierter Rotmilane


Foto:M.Nickel 17.04.2017 von C64 markiert im Juni 2014

Seit vielen Jahren werden, u.a. auch in Thüringen, Rotmilane mit Flügelmarken markiert. Wir möchten an dieser Stelle alle aktiven Beobachter aufrufen, solche markierten Rotmilane abzulesen und diese an Thomas Pfeiffer zu senden. Weitere Informationen finden Sie auch unter www.ornitho.de

 

Termine und Ankündigungen:

Spiegelarche bei Roldisleben im Landkreis Sömmerda stellt eine unmittelbar tödliche Gefahr für Vögel dar!

mit großer Sorge haben wir den Bericht vom 6.05.2020 MDR-Thüringen-Journal von dem sogenannten "Spiegelarche"-Projekt in Roldisleben (SÖM) zur Kenntnis genommen. Dabei handelt es sich um frei in der Landschaft stehende gestapelte Schiffscontainer deren Seitenflächen verspiegelt sind. Es ist davon auszugehen, dass sich für die Dauer des Verbleibes dieses Objektes (im Bericht wurde von 5 Jahren gesprochen) zahlreiche Vögel an den verspiegelten Flächen zu Tode fliegen, da diese nicht als natürliches Hindernis erkannt werden.
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Seit vielen Jahren ist bekannt, dass an Glasflächen in Deutschland Millionen von Vögeln zu Tode kommen. Aktuelle Zahlen gehen von 100 Millionen Individuen pro Jahr aus, die Dunkelziffer dürfte weitaus größer sein. Bei verspiegelten Flächen, wie die hier geplanten, ist die Todesrate weitaus höher, da die Effekte rund um die Uhr zum Tragen kommen. Nicht nur vor dem Hintergrund des aktuell rasant verlaufenden Artenrückgangs fordern wir daher dringend dazu auf, diese Installation so zu gestalten, dass hier keine Vögel zu Schaden kommen!


Mitgliederversammlung des VTO und das Kartierertreffen findet am 21. November 2020 in Mühlberg statt.
Da es in der aktuellen Entwicklung keine Möglichkeit gibt die diesjährige Jahrestagung des VTO zeitnah verlässlich zu terminieren, hat sich der Vorstand des Vereins darauf verständigt, die Tagung des Vereins für das Jahr 2020 endgültig abzusagen. Die Mitgliederversammlung soll im November mit dem Kartierertreffen zusammengelegt werden. Nach der aktuellen Planung wird die Mitgliederversammlung am Vormittag und das Kartierertreffen ab Mittag stattfinden. Über das Programm werden wir die Mitglieder und Kartierer rechtzeitig informieren.

Die Avifaunistische Kommission bittet um Meldungen aus dem Jahr 2019
Derzeit laufen die Vorbereitungen für den avifaunistischen Jahresbericht 2019. Die AKT bittet alle Beobachter noch nicht gemeldete Beobachtungen aus dem genannten Zeitraum bei der Kommission bis einschließlich Juni 2019 nachzureichen, damit diese noch für den Jahresbericht berücksichtigt werden können. Der Meldebogen kann hier. heruntergeladen und per E-Mail akt@vto-ev.de oder per Post an die AKT gesendet werden. Die Liste der dokumentationspflichtigen Beobachtungen finden Sie hier.

 

Das neue Heft "Anzeiger des Vereins Thüringer Ornithologen" ist erschienen

Unter anderem beeinhaltet das aktuelle Heft Beiträge zu Vogelkundigen des 19.und 20. Jahrhunderts im Fürstentum Schwarzburg-Sondershausen, eine Dokumentation eines Brutzeitaufenthalts eines Wiedehopfes Upupa epops in Erfurt sowie eine umfangreiche Darstellung des Auftretens aller bisher in Thüringen nachgewiesenen Phylloscopus-arten. Für Nichtmitglieder kann das Heft zum Preis von 25,-€ (zzgl. 3,-€ Versand) über die Geschäftsstelle (E-Mail) bezogen werden. Weitere Informationen zum aktuellen Heft finden Sie hier.


 

LNT-Sonderheft zum Thema "Thüringenes Wälder im Wandel" erschienen

Thüringen ist allgemein als waldreiches Bundesland bekannt. Über 500.000 Hektar der Landesfläche sind mit Wald bedeckt. Das entspricht über 30 Prozent der Fläche Thüringens. Gut 26.500 Hektar davon können sich - so wurde es bereits im Koalitionsvertrag der Thüringer Landesregierung von 2014 vereinbart - zukünftig natürlich, d. h. ohne forstwirtschaftliche Nutzung, entwickeln.
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Auf diesen Flächen wird sich neue Waldwildnis entwickeln. Damit ist der Freistaat Thüringen Vorläufer in Deutschland bei der Umsetzung des sogenannten 5 %-Zieles. Das bedeutet, dass 5 % des Waldes aus der forstlichen Nutzung genommen und einer natürlichen Entwicklung überlassen wird. Insgesamt entsteht zur Zeit in 120 Waldgebieten zukünftig Waldwildnis. Dieser Entwicklung widmet sich das aktuelle Heft 1/2020 der TLUBN-Publikationsreihe "Landschaftspflege und Naturschutz in Thüringen" (LNT). Ein Teil dieser Waldwildnis-Gebiete, insgesamt 28, die sich über den gesamten Freistaat Thüringen verteilen, stellt das LNT-Heft vor. Dazu gehört der Nationalpark "Hainich", als einem der letzten großen Buchenwälder Europas auf Kalkstein, der mit über 6.000 Hektar als größtes Gebiet in die zukünftige Thüringer Waldwildnis eingeht. Darüber hinaus jedoch z. B. auch ein knapp 145 ha großes Gebiet im Reinstädter Grund, einem Seitental der Mittleren Saale, das größtenteils von felsigen und südexponierten trockenwarmen Steilhanglagen geprägt ist. Für diese Gebiete werden zahlreiche Fakten präsentiert, begleitet von attraktiven Fotos und einer Übersichtkarte in der Mitte des Heftes mit der Lage der Gebiete:
Wie groß ist der nutzungsfreie Wald? Wie ist es abgegrenzt? Was macht das Gebiet grundsätzlich aus? Welche Tiere, welche Pflanzen zeichnen das Gebiet aus?
Diese Gebiete, wenngleich aus der wirtschaftlichen Nutzung herausgenommen, sind für die Öffentlichkeit nicht tabu. Sie können aktiv erlebt werden. Die in dem Heft abgedruckten Bilder machen Lust auf einen Besuch. Neben der Vorstellung ausgewählter Gebiete beantwortet das Heft viele Fragen über Thüringens Wälder und Thüringens zukünftige Waldwildnis. Weitergehende Informationen über alle 120 Waldgebiete ohne forstliche Nutzung in Wort, Bild und Karte sind auf der Internetpräsentation www.naturwaldwandel.de zu finden. Das Sonderheft 1/2020 der Zeitschrift "Landschaftspflege und Naturschutz in Thüringen" ist über das Thüringer Landesamt für Umwelt, Bergbau und Naturschutz zu beziehen. Im Sonderheft ist das Register der Jahrgänge 2014 bis 2018 beigelegt.
Das Gesamtregister ab 1964 finden Sie auf folgender Seite zum Herunterladen: tlubn.thueringen.de

Hier finden Sie eine Leseprobe der aktuellen Ausgabe. .


 

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